Sport Business Österreich

2. österreichische Kongress-Messe für Sport, Wirtschaft, Innovation, Technologie, Sicherheit, und Medizin

Toni PichlerDer Sport.Business.Austria Kongress 2007 fand dieses Jahr wiederum in Salzburg im MGC Bergheim statt. Salzburg ist die Sportstadt Nummer eins in Österreich, fand doch die Rad WM 2006 hier statt und ist es ein Austragungsort der Fußball-Europameisterschaft 2008. Auch das MGC Bergheim ist eine bekannte Messe – u. Kongress Größe, da hier 2-mal im Jahr die österreichische Sportfachmesse stattfindet. In den sieben Schwerpunktthemen haben wiederum hochkarätige Referenten, die vielen und bedeutenden Verwertungsketten der Sportwirtschaft diskutiert.

Betriebliche Gesundheitsförderung als Synergie zwischen Wirtschaft und Sport

Dr. Martin Gleitsmann, Abteilungsleitung Sozialpolitik und Gesundheit; Wirtschaftskammer Österreich

Wirtschaft und Sport berühren sich an vielen Stellen. Sport ist nicht nur Sport, sondern eine lebensbegleitende Maßnahme. Heutzutage bewegen wir uns pro Tag nur mehr eine halbe Stunde, nötig wären aber sechs Stunden. Unter 20.000 Arbeitern fühlen sich 60% durch ihre Arbeit körperlich beeinträchtigt. Über das ganze Jahr kommt es zu 35 Millionen Krankheitstagen, das kostet die Betriebe 6,5 Milliarden Euro. Ältere Personen werden seltener, dafür aber länger krank, jüngere Personen sind öfter, dafür aber kürzer krank. 40% aller Krankenstände sind bedingt durch Muskel- Skelett-Krankheiten. Unter betrieblicher Gesundheitsförderung versteht man alle Maßnahmen zur Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden.

Ziele der Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) sind:

  • Mitarbeiter können länger Arbeiten
  • Arbeitsplatz soll attraktiver werden
  • Mitarbeiterbewegung/fluss soll geringer werden
  • Weniger Unfälle am Arbeitsplatz
  • Image der Firma verbessern
  • Besseres Arbeitsklima
  • Weniger Kosten & Entwicklung eines Sozialsystems

Vor allem Kleinst- und Mittelbetriebe gehören dahingehend unterstützt.

Mag. Michael Mayrhofer, GF Personal Fitness, Salzburg

Mitarbeitergesundheit, Arbeitsmotivation, Identifikation mit dem Betrieb und Arbeitszufriedenheit stehen in starker Wechselbeziehung. So gibt es in Salzburg 120.000 Krankheitstage aufgrund psychischer Erkrankungen. Gesundheit ist wenn Geist, Körper und Soziales Verhalten im Einklang stehen. BGF setzt sich daher aus Verhaltensprävention (Arbeitsmedizin), Sozialen Bereich (Team/Kommunikation) und Selbstmanagement (Ziel/Motivation) zusammen.

Prof. DDr. Josef Niebauer, Leiter des Instituts für Sportmedizin, Salzburger Landeskliniken

Die Hauptursachen für Zivilisationskrankheiten sind schlechte, einseitige Ernährung und Bewegungsmangel. Heutzutage herrscht eine Epidemie der körperlichen Inaktivität. Man schafft es immer, Bewegung zu vermeiden und bewegt sich maximal 300 - 700 Meter pro Tag. Es entstehen Zivilisationskrankheiten wie Übergewicht, hoher Blutdruck, Zuckerkrankheit (Alters - Diabetes) und Herzkrankheiten. Empfehlung zur Vorbeugung dieser Krankheiten wäre es, sich minimal 2 ½ Stunden pro Woche zu bewegen bei 70% der maximalen Herzfrequenz und zusätzliche ein aktives Leben zu führen (Gartenarbeit/Treppensteigen).

Diskussion:

Die Abstimmung des Trainings muss an das Unternehmen angepasst sein, Außendienstmitarbeiter brauchen ein anderes Trainingsprogramm als Personen die im Büro arbeiten. Die Frage ist jedoch, wie viel Verantwortung soll der Betrieb/das Unternehmen übernehmen und verdient es daran? Soll es eine Belohung dafür geben, dass man aktiv ist, sei es von der Gesellschaft oder von der Krankenkasse? Bewegung soll doch als persönliches Erlebnis, als Spaß und Erfolg verstanden werden, so Mayrhofer. Mit einmal pro Woche Training kann man schon viel bewegen. Niebauer bemerkt, dass man sich vor Scharlatanen und so genannten Gurus in Acht nehmen soll und es heutzutage zu viele „Experten“ gibt. Am Besten ist es mit kleinen Schritten zu beginnen und Spaß in die Bewegung zu integrieren. Aus den Krankenkassen, sollten „Gesundheitskassen“ werden und es soll nicht bei Krankheit, sondern für präventive Maßnahmen, gezahlt werden. Gleitsmann versteht diese vielen verschiedenen Anleitungen zum Sport treiben als Gesundheitsterror. Die Menschen müssen den Nutzen von Bewegung erkennen, eine Verpflichtung zum Sport bringt nichts.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass Sport in den Alltag integrieren gehört und Bewegung vor allem Spaß machen sollte.

Potentiale im Leistungssport

Physische und psychische Ansätze in der ganzheitlichen Sportlerbetreuung

Mag. Norbert Fuchs, GF Ökopharm GmbH

Die Lebensmittelindustrie macht uns krank und die Menschen erwarten von der Pharmazie, dass diese sie gesund macht. Doch man sollte sich einfach gesund ernähren, schon kleinste Mikronährstoffe rufen körperliche Veränderungen hervor.

Mag. Anton Kesselbacher, Kompetenzzentrum für Trainingsdiagnostik, -planung und -steuerung

Dieses Kompetenzzentrum besteht aus drei Firmen, dem Hermann Buhl Hypoxie Forschungs & Trainingszentrum, dem HRV-Coaching und dem web4trainer. Der web4trainer ist ein Internetprogramm mit dem Athlet, Trainer, Sportwissenschaftler, Ärzte und Mentaltrainer über Internet überall auf der Welt miteinander kommunizieren und den Trainingsplan für den Athleten abstimmen können. Somit kann eine optimale Betreuung stattfinden, egal wo sich der Athlet gerade befindet. Das Programm ist sehr gut abgesichert damit auch wirklich nur die Zuständigen zu den Daten des Athleten kommen.

Prof. Hans Holdhaus, Direktor IMSB

Die Versuchung des Dopings ist immer da, Regelübertritte gab es immer, aber die Methoden haben sich geändert. Ein Projekt das zurzeit läuft ist der gläserne Athlet. Dieser Athlet unterzieht sich regelmäßigen, ungeplanten Dopingkontrollen und dafür wird ihm die gesamte medizinische Unterstützung zur Verfügung gestellt. Die Potentiale sind bei Sportlern noch lange nicht ausgeschöpft, hier befindet sich noch vieles in einer „black box“.


Patrick Reiter,
Ehemaliger Spitzensportler, Coach

Menschen sind wie Puzzles, ich versuche die Menschen und ihre Ziele zu verstehen und ihnen dabei zu helfen. Vor allem der emotionale Faktor spielt im Sport eine große Rolle und auch das Gefühl von Sicherheit ist ein ausschlaggebender Faktor. In der psychischen Komponente eines Sportlers gibt noch eine Menge Möglichkeiten, die wir noch nicht ausnutzen.

 

Diskussion:

Höhentrainingslager sind für Ausdauersportler sehr wichtig. Das Steuern eines Höhentrainingslagers ist schwer, die Anpassungen des Körpers muss genau kontrolliert werden, da jeder Athlet anders ist. Dazu fügt Kesselbacher an, dass Höhentrainingslager - Kammern viel genauer und feiner justierbar sind und man die Anpassung besser kontrollieren kann, überhaupt bei mehr Athleten. Ein weiteres Problem im Spitzensport oder überhaupt im Sport sind die regionalen Unterschiede in der Sportförderung und auch in den Strukturen des Sports gehört etwas geändert. Es gibt einen großen Unterschied zwischen Breitensport, in dem in den letzten Jahren viel passiert ist und Leistungssport, wo noch viel Nachholbedarf herrscht.

Wirtschaftsfaktor Klimawandel

Entstehen neue Chancen für die Sportwirtschaft?

Dr. Christian Helmenstein, Sports Econ Austria, Institut für Sportökonomie

Hypothese: Signifikant globale Erwärmung bis zum Jahr 2010 In Österreich gibt es noch immer mehr Sommertourismus. 1/3 – 1/6 der Urlauber kommen nach Österreich um Bergsteigen zu gehen, doch ¼ der Investitionen von Seilbahnbetrieben entfallen an die Beschneiung. Auswirkungen des Klimawandels sind unter anderem, erhöhte Lawinengefahr, Felsstürze, Schäden an alpiner Infrastruktur. Vorteile des Klimawandels: Durch die höhere Ozonbelastung in südlicheren Ländern und Zunahme der Dauer und Temperatur der Hitzeperioden wird in Österreich noch mehr Sommertourismus entstehen. Wichtig dabei sind die Erschließung spezifischer Zielgruppen (älteren Personen), die Ausweitung der Sommersaison und die Entwicklung alternativer Wintersportangebote (Höhentrainingslager). Der österreichische Tourismus wird in das Motto „Österreich als Land der Sportgroßveranstaltungen“ eingebettet. Wichtig ist der Weg vom Winter hin zum Sommertourismus.

Dr. Michael Staudinger, Meteorologe, Salzburg

Der Saharastaub der sich auf den Gletschern ablagert, fördert das Gletscherschmelzen. Naturfaktoren allein haben nichts mit dem Temperaturanstieg zu tun, auch der Mensch allein hat erst seit 20 Jahren leichte Auswirkungen auf den Temperaturanstieg. Erst wenn man Mensch und Natur zusammen nimmt, passt es mit dem Temperaturanstieg zusammen. In den nächsten Jahren wird der Schibetrieb in den tieferen Regionen nur bei Schneedepots und Beschneiung möglich sein. Unter 1500 Meter hat es keinen Sinn mehr in Beschneiung zu investieren.

Rudolf Tucek, Vorstandsvorsitzender, Vienna International Hotels & Resorts

Die Frage die sich stellt ist, sieht man im Klimawandel eher die Chancen oder die Risiken. Die Chancen für den Tourismus sind nach wie vor völlig intakt. Man muss nur den Gast und seine Bedürfnisse verstehen. Die Gaststrukturen haben sich stark verändert und so wird auch die familiäre Situation zum touristischen Thema. Das Cube Conzept arbeitet genau nach diesem Konzept. Der Gast will ein Erlebnis haben und dieses Erlebnis muss man ihm zeigen/geben. Tourismus ist ein „Gesamtkonzept“, man muss auf beide Saisonen fokussiert sein und man bräuchte durchschnittlich 200 Betten pro Hotel, nicht wie zurzeit 34 Betten pro Hotel.

Sponsoring und Ingame-Advertising im E-Sports Bereich

Impulsreferat

Alfred Hofer, Greentube I.E.S.AG

Ideen hinter dem Ski Challenge

  • Massentauglich
  • Kostenlos
  • Schnell und einfach zu erlernen
  • Wettkampf Charakter
  • Unterhaltungswert
  • Gewaltfrei
  • Verflechtung der Spielorte
  • Glaubwürdigkeit und Vertrauen

Vorteile für Sponsoren sind eine hoher Imagetransfer, hohe Emotionalisierung, hohe Reichweite und Dichte in der Kerngruppe. Man erreichte neue Zielgruppen und hat ein ausgezeichnetes Preis/Leistungsverhältnis.

Einige Daten zur Ski Challenge: es gab 3,000,000 Downloads; 230 Mio. gefahrene Onlinerennen; 13 Mrd. generierte Werbebilder, 2,1 Mio. Stunden sichtbare Werbung; 3 – 3,5 Mio. Spieler weltweit aus 45 Ländern. Für die Berichterstattung der Schirennen gibt es eigene Webseiten, diese sind gebrandet und gleich aufgebaut.

Sportwirtschaftliche
Erfolgsmodelle „Made in Europe“

Werner Starz, Direktor Marketing & Kommunikation Eurosport

Eurosport basiert auf „Sport Content“. Man kann nicht das ganze Programm exklusiv anbieten (Fußball/Formel 1), aber das bestmögliche Programm, daher wird teilweise auf Exklusives verzichtet. Die Berichterstattung ist weniger National und mehr über den Sport und seine Ergebnisse an sich. Die Sportarten werden rund um das Jahr begleitet. Ziel ist ein wachsender Markt in Mittel- und Osteuropa, weiters die Erschließung neuer technischer Verbreitungswege, wie das Internet, sowie die Erweiterung der Plattformaktivitäten und die Vermarktung von gesamten Plattformen und Veranstaltungen.

Marcus Hochhaus, Bereichsleiter Neue Medien & Business Development, Plaza Media Gmbh

Die Aufgaben erstrecken sich von der Produktion des sportlichen Content über die Bearbeitung des Rohmaterials bis zum Verkauf. Dazu kommen auch die neuesten Kameramethoden zum Einsatz sowie LED Banden oder Wände bis zu 250qm.

Norbert Ebster, GF W. L. Gore &Associates Ges.m.b.H.

W. L. Gore & Associates Ges.m.b.H ist ein globales Unternehmen mit Herkunft aus den USA. Es produziert Elektrokabel, Industrieprodukte, medizinische Produkte für Gefäß Chirurgie und Orthopädie und Funktionstextilien. Dazu gehören Arbeitsbekleidung und Freizeit/Sportbekleidung wie GORE BIKE WEAR. Das Unternehmen ist ein Nischenplayer und Spezialist. Zuerst wird die funktionelle und technische Kompetenz entwickelt, dann das Design und dann erst der Preis festgesetzt. Die Qualität steht an erster Stelle.

Gerald Gerstbauer, Clipquest Entertainment (Starsbook.com)

Die Idee von Starsbook.com ist die Kreation einer innovativen Entertainment-Plattform und die Entwicklung eines multimedialen Sammelalbums. Dazu gehört auch das Sammeln und Tauschen von digitalen Bildern und Videos, sowie die Bildung einer weltweiten hochemotionalen online Fan-Community. Dies soll in einer innovativen multimedialen Umgebung via Internet und Mobiltelefon passieren. starsbook.com ist damit die neue Sammelleidenschaft im Fußball, bietet online auch den Blick hinter die Kulissen der Clubs, mit hochqualitative Fotos und Videos aus der Seele der Clubs, und bringt seine User näher an ihre Vereine. Die Handhabung ist einfache und zu jeder Zeit an jedem Ort abrufbar. Der Content wird laufende aktualisiert. Weiters findet man auch attraktive Zusatzleistungen wie online-games, Wettbewerbe, Gewinnspiele, Merchandising, usw.

Zukunft des Profifußballs

Wie bleibt man wirtschaftlich am Ball?

Werner Kuhn, Manager SK Rapid – Wien

Rapid Wien steht für Leidenschaft und Triumph. Wichtig für den Erfolg eines Vereins ist es, nie den Verein, die Emotion und die Tradition zu verlieren und so schnell wie möglich neben dem Verein auch ein Unternehmen zu gründen. Die Entscheidungen müssen über die Tradition getroffen werden. Der eigene Nachwuchs gehört forciert, auch wenn ein Ungleichgewicht in der Mannschaft herrscht. Die schwierigste Zeit ist die Zeit nach dem Meistertitel, denn dann sind die Spieler am wertvollsten. Daher ist es ist nicht möglich, dauernd vorne zu sein. Wichtig ist die Trennung von Verein und Geld. Ein weiterer Grund von Erfolg ist, die eigene Marke nie zu verkaufen. So wurde die Marke Rapid nie verkauft. Verkauft man den Vereinsnamen dann fühlen sich automatische alle anderen Sponsoren als Zweiter. Jeder Sponsor bekommt ein individuelles Leistungspaket, Dauer 8 – 14 Jahre. Ziel ist es, von jeder Branche den Toppartner zu bekommen. Gibt es neue Marketinganforderungen vom Sponsor können diese auch geändert werden. Die Kaufkraft der Fans soll zu Gunsten der Sponsoren gefördert werden. Gibt es mehr Sponsoren ist das auch besser für den Hauptsponsor. Eine weitere Aufgabe ist es, sich um die Fans zu kümmern und den Fankontakt suchen. Je genauer man den Fan kennt, desto besser für den Sponsor. So werden bei Rapid 60.000 Daten der Fans betreut. Der Verein ist ein Freizeitdienstleister, er muss die Kunden mit Kunden verknüpfen und auch Kommunikationsdienstleister sein.

Georg Pangl, Vorstand Österreichische Bundesliga

Ein Problem ist dass, beim Fußball meist die Emotionen die Ratio übersteigt, das gehört abgestellt. Die Entwicklung und Förderung vieler Nachwuchszentren und Trainer sowie eine gute Kooperation mit den Landesverbänden, steht an erster Stelle der Bundesliga.

Thomas Röttgermann, Geschäftsführer SPORTFIVE GmbH & Co. KG

Die Wirtschaft ist nicht die Zielkompetenz eines Fußballvereins, sondern die Leistung. Das besondere am Fußball sind Emotion, Identifikation und Tradition. Alles was man tut soll im Bereich dieser 3 Elemente ablaufen. Agenturen sind in der Lage Strategien zu erkennen und Vereine sollen deren Dienste annehmen.

Reiner Calmund, Ex-Fußballmanager

Eine Ausbildung zum Fußballmanager gibt es nicht, dieser braucht aber gewisse Facetten. Ein Verein braucht ein gewisses Investitionsvermögen, eine Philosophie, Marketing, einen Finanzplan und Experten zu diesen Bereichen. Das A und O ist eine erstklassige Nachwuchsarbeit und das Publikum der 12. Mann. Doch ausschlaggebend ist letztendlich der Erfolg im Fußball.

Willi Ruttensteiner, Technischer Leiter ÖFB

Die Zukunft im österreichischen Fußball liegt nur in der Nachwuchsarbeit, Eigenbauspieler gehören forciert. Professionalität im Management ist wichtig, diese braucht fachliche Kompetenz. Daher wäre ein fußballspezifischer Ansatz in der Management Ausbildung nötig. Man muß den Trainern/Managern beibringen, junge österreichische Spieler einzusetzen. Der Verein soll sich mit dem eigenen Nachwuchs identifizieren. Die Jugend ist unser Kapital. Dem Verein dürfen nicht die kurzfristigen Erfolge wichtig sein sondern er muß mittelfristig Denken. Vom Management gehört abgebildet, wohin der Verein will. Das Shareholder Value eines Fußballvereins ist nicht der wirtschaftliche, sondern der sportliche Erfolg.

Marktplatz Euro 2008

Geschäftsmodelle, wirtschaftliche Chancen und der Stand der Vorbereitungen rund um das Großereignis

Leo Bauernberger, GF Salzburger Land Tourismus Gesellschaft

Der Tourismus 2008 wird durch die Euro 2008 angekurbelt. Von 10 Gästen werden nur 3 ein Ticket für die Euro 2008 haben, für diese muß ein Rahmenprogramm und Aktivitäten geplant werden. Von den 6 Austragungsorten soll Salzburg die Premiumdestination sein und das Zentrum für Hospitality - Aktivitäten. So werden viele Fans und Medien ihren Mannschaften nachreisen. Das Motto für Salzburg ist: „Fußballfestspiele für Europa“. Ziel ist es, neue Gäste ins Land zu bringen Die Bevölkerung gehört auf die Euro 2008 eingestimmt, dabei hilft die auch die WM sehr viel mit. Die Euro 2008 ist eine Initialzündung für Wirtschaft, Sport & Gesellschaft.

Dr. Herbert Hübel, Präsident des Salzburger Fußballverbandes

Salzburg wird sich als sehr guter Gastgeber präsentieren. Wir dürfen mit einem regen Besucherstrom aus Polen und der Ukraine rechnen,sowie mit 100.000 englischen Fans.

Heinz Palme, Beauftragter der österreichischen Bundesregierung , Initiative „Österreich am Ball“

Das Motto für Österreich ist „Erlebe Emotionen“. Da die Ticketsituation für die Euro ist weniger als befriedigend ist, gehören Public Viewing Plätze und Fandörfer organisiert.

Mag. Ingrid Krenn-Ditz, Abteilungsleitung Marketing Wirtschaftskammer Österreich

Der Erfolg der WM legt die Latte für die Euro sehr hoch. Ein Unternehmen, das sich in die Euro 2008 einbinden will muß wissen, was es alles machen darf, darüber wird die Wirtschaftskammer Österreich alle Unternehmen, die daran Interesse haben, informieren. Wolfgang Weiss; Koordinator Euro 2008 Salzburg

Stefan Füg, Vice President IMG Austria GmbH

Die Imagekampagne für Österreich soll Information und Motivation für die Euro sein und alle Zweifel beseitigen. Untersuchungen zur Nachhaltigkeit der WM 2006 für die Wirtschaft zeigten auf, dass diese Nachhaltigkeit nicht gegeben war. Doch was ist von der WM für Deutschland übergeblieben? Ein Land hat sich sympathisch dargestellt und das ist meist mehr wert. Die Deutsche Wirtschaft hat das erste Mal nach oben gesehen. Sie waren selbstbewusster und das ist nachhaltiger als Zahlen. Auch eine Nachhaltigkeit für den Österreichischen Fußball soll gegeben sein. Der Funke soll auf die Breite überspringen, denn die Spitze braucht die Breite und die Breite die Spitze. Österreich soll eine Ausbildungsliga sein und keine Einkaufsliga. Die Euro hat große Auswirkungen auf die Wirtschaft, Infrastruktur und Tourismus. Alles 2 Wochen wird die Wirtschaft über die Euro informiert und eine Roadshow wird drei Monate durch Österreich touren. Alle Opinion Leader sollen erreicht werden und die Interessensgruppen sollen vernetzt werden.

Sportgroßveranstaltungen – Verantwortung für Menschen, Umwelt und Finanzen

Impulsreferat

Mag. Martin Neureiter, Vorsitzender ISO Task Group „Social Responsibility“

CSR „Corporate social responsibility„ Sport soll als Sinnstifter für Sicherheit, Ökologie, Ethik, Medien, Wirtschaft stehen und Brückenbauer sein. Ziel von CSR ist Effekte erkennen, Risiken reduzieren und Chancen nutzen. Sportveranstaltungen sind sehr kurzfristig und beinhalten viele Investitionen und da ist die Rentabilität nicht immer gegeben. Alle Interessen müssen gedeckt werden, Sponsoren, Verbände, Fans, Athleten, Medien, Gemeinden am Standort und daher gehören alle in das Projekt eingebunden. Der Auftraggeber einer Veranstaltung schafft nicht nur Synergien am Ort der Veranstaltung, sondern fördert auch eine nachhaltige Nutzung der Region und der Infrastruktur.

Sicherheit bei Sportgroßveranstaltungen

Peter Majcen, MPA, Präsentator der Studie „Sicherheit bei Sportgroßveranstaltungen“

Ein Problem bei solch großen Veranstaltungen sind die verschiedenen Veranstaltungsgesetzte in den österreichischen Bundesländern. Auch gehören im Krisenfall die Medien richtig eingebunden. Die soziale Akzeptanz von Sicherheitsmaßnahmen und deren Konzepte ist nicht ausreichend. Wichtig ist eine bessere Aufklärung der Bevölkerung. Wie kann der einzelne Bürger zur Sicherheit aktiv mitarbeiten. In der Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz der Mitarbeiter gibt es noch einige Defizite, ebenso in der Seuchenprävention. (Lebensmittelkontrollen im Krisenfall/Spitalskapazität, Wege des Verkehrs und der Parkplätze) Bei Ausfall der Zutrittssysteme würde es noch zu einem Personalengpass kommen. Side Events gehören vorausschauend geplant, denn hier passieren mehr Unfälle. Ein Krisenszenario, z.b bei starken Stürmen wurde noch nicht ausreichend geplant.

Univ. Prof. Josef Strobl, Universität Salzburg/Zentrum für Geoinformatik

Die Positionbestimmungen wie GPS und mobiles Internet funktionieren nur im Freien. Aber nicht viele Veranstaltungen sind im Freien, dafür muß man ein neues System finden. Bei Drehkreuzdurchgängen kann man nur zählen wer ist wo bzw. wie viele sind wo. Wenn man die Positionierung genauer braucht muß man die Personen mit kleinen Chips versehen, da besteht jedoch eine große Reserviertheit der Personen. Auch ist es möglich mit diesem System, Probleme im Nahbereich von Stadien zu erkennen und mögliche Verkehrsszenarien durchzuspielen. Beim Bau von Stadien muß schon vorab geklärt werden wie Krisensituationen zu bewältigen sind, wie das schnelle Leeren des Stadions.

Günther Marek, Sicherheitsbeauftragter Euro 2008, Bundesministerium für Inneres

Es ist wichtig vor Sportgroßveranstaltungen, wie der Euro 2008, im Vorhinein, über Jahre mit den Anrainern, Bewohnern zu besprechen, sowie zu kontrollieren, dass gewalttätige Personen erst gar nicht nach Österreich einreisen können. Private Sicherheitsarbeiter müssen in den Ablauf der Veranstaltung eingebunden werden und mit speziellen Schulungen darauf vorbereitet werden. Diese Sicherheitsdienste werden jedoch auch für Side Events wie Public Viewing benötigt, denn hier sind die Sicherheitsanforderungen gleich hoch wie in den Stadien. So wird auch deutsches Personal in Österreich eingesetzt werden. Die Sicherheitssituation in den österreichischen Stadien ist hervorragend. Das Ticketing wird einfacher und effizienter als in Deutschland sein.

Mag. Michael Sika, Generaldirektor a.D

Das Schengener Abkommen kann im Zeitraum der Euro aufgehoben werden, um damit radikale Fangruppen auszusieben. Alle vier Spielorte sind geeignet bei so großen Spielen, Sicherheit zu gewähren, auch da die Hooligangesetze in Österreich streng genug sind.

Uwe Tilzen, Siemens Österreich AG

In Österreich brauchen wir kein neues Sicherheitskonzept, da wurde in den letzten Jahren viel gemacht und hat sich bewährt. Das ganze Land wird Stadion werden. Das Wetter und die Auslosung werden eine große Rolle spielen und man braucht Glück um eine so große Veranstaltung über die Bühne zu bringen.

Trendsetter im Sportmarketing, Sportmanagement und Sportartikel

Jens Seeberger, Leiter Unternehmenskommunikation IFM

Sportsponsoring wird im Kommunikationsmix der Unternehmen die Hauptrolle einnehmen, jetzt schon ist Sportsponsoring für 70% der Unternehmen die Sportsponsoring betreiben, sehr wichtig. Ziele des Sportsponsorings sind Imageveränderung, die Bekanntheit zu vergrößern und Kundenbindung. Auch im Sportsponsoring muß man neue und innovative Wege gehen, so haben Internet und mobile Medien schon jetzt mehr Bedeutung als die klassische TV Werbung. Nur 40% der befragten Unternehmen werden sich im Rahmen der Euro 2008 engagieren. Österreichische Sponsoren sind im Allgemeinen sehr viel internationaler ausgerichtet als Deutschland und die Schweiz.

Marco Lunger, Director Business Development, WWP Group

Es gibt 1 Mio. Marken die mit ihren Werbebotschaften auf den Kunden einstürzen. Daher wird die klassische Werbung vom Kunden abgelehnt und auch die veränderte Medienwelt führt zu neuen Werbemethoden. Sponsoring garantiert medial Präsenz, emotionaler Mehrwert für das Unternehmen, Markenaufbau, Sport macht die Marke einfach erlebbar. Innovationen von WWP: Kopfsponsoring, Markenauftritt prägnant gestalten, Integriertes Sponsoring (der emotionale Wert des Sportlers wird auf die Marke übertragen), Live Kommunikation, Brand Entertainment. Durch den härteren Wettbewerb wird es zum immer mehr Innovationen kommen (z.B virtuelle Welt; personalisierte Werbe-Banden)

O. Univ.-Prof. Mag. Dr. Erich Müller, Universität Salzburg, Institutsvorstand Sportwissenschaft

Das Christian-Doppler Labor arbeitet für eine wissenschaftlich gestützte Sportartikeloptimierung, vor allem viele Innovationen im Bereich Schiindustrie. Die Sportartikelindustrie ist auf Erfahrungswissen angewiesen, daher werden hier biomechanische Analysen für die Sportartikelindustrie gemacht. Diese anwendungsorientierte Grundlagenforschung wird durch öffentliche Gelder und die Wirtschaft bezahlt. Schwerpunkte sind biomechanische Anforderungen im Skilauf. Zu den Aufgaben gehören, Auswertung der Ergebnisse der Studie, Bau eines Prototyps und nachträgliche Evaluierung des Prototyps.

Achim Storz, GF Design a Storz GmbH

Kernpunkt des Designs ist der Sport. So wie die Entwicklung neuer Sohlensystemen, damit z.b der Fußballer mehr Grip beim Laufen hat. Innovationen an Schuh/Kleidung soll man erkennen und müssen ins Design einfließen. Auch werden sich über Innovation im Fußball Gedanken gemacht wie Elektronik im Ball oder im Tor einbauen, damit man sieht ob der Ball wirklich im Tor war. Es besteht auch die Möglichkeit Elektronik in den Dressen einzubauen um z.B. zu sehen wie schnell der Sportler läuft. Auch über Änderungen des Stadions, Innovationen in der Architektur wie ein sich drehender Platz, wird nachgedacht.

Roswitha Stadlober, Österreichische Sporthilfe, Karriere danach

Die Karriere danach ist ein Programm für ehemalige Spitzensportler. Nach dem Sport muß es für den Sportler auch ein Leben geben, denn in Österreich kann man nicht ein Leben lang vom Sport leben. Nur 5% aller Spitzensportler können von Ihren Erfolgen leben. Um in das Programm „Karriere danach“ aufgenommen zu werden muß man sich im Nationalteam/kader befunden haben und eine Olympischen Sportart betrieben haben.

 
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