Sport Business Österreich

Kamingespräch 2009
 

 

Mit Eigenengagement in die sportliche Zukunft

Das „Sport Innovations Symposiums“ (4. bis 6. Oktober in Abtenau/Lammertal) wurde am Sonntag durch ein Kamingespräch auf höchstem Niveau eröffnet. Landeshauptmann-Stellvertreter David Brenner, Nationalratsabgeordneter Karlheinz Kopf, der ehemalige Weltklasse-Judoka Patrick Reiter und Rapid-Wien-Geschäftsführer Werner Kuhn diskutierten mit weiteren Experten über die Zukunft der österreichischen Sportlandschaft.

350.000 Arbeitsplätze entfallen österreichweit auf den Bereich Sport, rund 10 Prozent aller Beschäftigten sind im Sport tätig. Anhand dieser Zahlen betonte Landeshauptmann-Stellvertreter David Brenner gleich zu Beginn des Kamingesprächs die wirtschaftliche Relevanz des Sports in Österreich. Die hochkarätige Diskussionsrunde unter der Leitung von Manfred Perterer, Chefredakteur der Salzburger Nachrichten, war sich einig, dass Innovationen/Neuerungen im Sportbereich vorangetrieben und protegiert werden müssen. „Grundsätzlich existiert aber keine Innovationsforschungsförderung im Sportbereich“, so David Brenner weiter, jedoch werde die Politik als Partner und Infrastrukturgeber bei Innovationsprozessen aktiv. „Wichtig zu erwähnen ist jedoch auch, dass die Sportindustrie viele neue Trends selbst kreiert – also ohne staatliche Hilfe“, so Nationalratsabgeordneter Karlheinz Kopf.

Generell war der Wunsch nach mehr Eigenengagement der am Sport Beteiligten ein wichtiger und wiederkehrender Punkt der Diskussion. Der ehemalige Weltklasse-Judoka Patrick Reiter: „Man muss sich seine Rahmenbedingungen im Sport selbst schaffen. Auf staatlicher Ebene wird diesbezüglich eindeutig zu wenig geboten – da muss man sich schon selbst helfen.“ Kritisiert wurde von Reiter auch die Tatsache, dass bestimmte Sportarten aufgrund mangelnder medialer Aufmerksamkeit kaum Möglichkeiten im Bereich der Sponsorenakquirierung haben.

Heiß diskutiert wurde das Thema Sportunterricht an Schulen. Die Diskussionsrunde zeigte sich einig darüber, dass in diesem Punkt Handlungsbedarf besteht. So wurde grundsätzlich mehr qualitativ hochwertigerer Sportunterricht an Schulen gefordert. Den Nachholbedarf in der Sportpädagogik, aber auch in der Finanzierung des Spitzensports, unterstrich Rapid-Wien-Geschäftsführer Werner Kuhn.

Als weiterer Punkt wurde die Notwendigkeit besprochen, professionelle Arbeit in den Verbänden stärker zu fördern sowie eine Anlaufstelle für Innovationen im Sport zu etablieren. „Die Sportinfrastruktur müsse in Zukunft noch besser genützt werden“, so Landeshauptmann-Stellvertreter David Brenner. Ein neues diesbezügliches Projekt in der Stadt Salzburg stößt bereits auf großes Interesse: Die Sporthalle Riedenburg wird an bestimmten Abenden zur Streetball-Arena mit Live-DJ umfunktioniert. Bis zu 400 Jugendliche nutzten bisher jeweils das Angebot.

Download: Presseartikel SN Mittwoch 7. Oktober 2009

 
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